​​Ein geometrisches Raster schafft ein Stück Stadt

​​Knapkiewicz Fickert Architekten aus Zürich (mit antón & ghiggi) schlagen eine ähnliche städtische Struktur vor, wie die siegreichen Duplex Architekten: Ihr Stadtmodell ist dicht bebaut und durch Strassen und Wege unterteilt. Der Raster allerdings, ist kompromisslos orthogonal aufgebaut. Die Strassen sind durchsetzt mit Plätzen verschiedener Grösse und Proportionen, die teils durch Weglassen eines Gebäudeblocks, teils durch Rücksprünge geschaffen werden. Die Strassen sind schmale Bänder, die nur im Einbahnverkehr befahrbar sind. Das schafft Platz für breite Trottoirs, auf denen die Aktivitäten in den Erdgeschossen nach aussen erweitert werden können. Plätze innerhalb der Wohngebiete, ein kleiner Park gegen die Gleise, sowie ein Eingangsplatz an der Schützenmattstrasse runden das Konzept ab.

Verwoben mit der Umgebung

​​Bjarke Ingels Group aus Kopenhagen (mit ASP Landschaftsarchitekten) verwebt in ihrem Entwurf den neuen Stadtteil stark mit dem Bestand: Die vier gegen den Rand geöffneten Wohnhöfe schaffen einen Bezug zur Umgebung. Im Zentrum der Anlage liegt ein bepflanzter Platz, an dem die gewerblichen Nutzungen angeordnet sind. An der Strassenkreuzung setzen sie mit zwei Hochhäusern ein Akzent, ein drittes Haus mit demselben Fussabdruck steht am Platz. Gegen das Gleisfeld platzieren sie offene Höfe mit den genossenschaftlichen Wohnungen, die stark begrünt sind.

Grossstädtische Skyline

Ein mäandrierender, sechsgeschossiger Gebäuderiegel bildet im Entwurf von Dominique Perrault Architecture aus Paris (mit Schweingruber Zulauf) einen grosszügigen Stadtplatz. An der Schaffhauserstrasse entsteht ein Boulevard. Gegen Südwesten öffnet sich die Grossform als Tor zum Bahnhof und nimmt eine begrünte, halbprivate Erholungszone in sich auf. Aus einem Sockelvolumen wachsen sechs Scheibenhochhäuser, die eine grossstädtische Skyline bilden. Auf den öffentlichen Platz setzen die Architekten eine eingeschossige Markthalle, der Park wird mit Reiheneinfamilienhäusern parallel zum Sockelvolumen bestückt.

Städtische Dichte mit hoher Qualität

Duplex Architekten (mit Vogt Landschaftsarchitekten) haben den Wettbewerb ums Glasi-Areal gewonnen. Ihr Entwurf, der sich durch städtische Dichte und Qualität auszeichnet, wird in der Rubrik Quartier/Städtebau ausführlich beschrieben.

Abgeschlossenes Quartier mit grossen Innenhöfen

Das Zürcher Büro Ernst Niklaus Fausch (mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur) schafft mit seinem Vorschlag ein zusammenhängendes System als Gesamtbaukörper mit grossen, privaten Innenhöfen und introvertierten Gassen: ein kleiner Hof dient dem Hotel, einer dem Gewerbe und drei den sie umgebenden Wohnungen. Mit dem Vorschlag werden auch Möglichkeiten einer starken Adressbildung entlang der Strassenräume geschaffen. An die Nordseite des größten Wohnhofs setzen die Architekten ein mehrstufiges Hochhaus, das als markanter Erkennungspunkt ausgebildet ist.

Lineare Häuserzeilen mit vorgelagerter Allmend

Gegen das Areal von Bülachguss und die Schaffhauserstrasse setzen HHF Architekten aus Basel (mit Topotek 1 Landschaftsarchitekten) eine grosse, begrünte Fläche, die für Bülach einen hohen Nutzungswert haben könnte. Weil diese «Allmend» viel Platz einnimmt, musste die Dichte der bebauten Flächen entsprechend erhöht werden: Die Architekten schlagen eine über mehrere Geschosse räumlich verknüpfte lineare Anlage entlang des Gleisfeldes vor, die mit verschiedenen Gebäudetypen bestückt wird, darunter eine hohe Anzahl Hochhäuser.

Urbaner Stadtteil und Wohnquartier

Der Beitrag von Holzer Kobler Architekturen, Zürich (mit Hager Partner AG) ist sowohl urbaner Stadtteil als auch Wohnquartier. Mit zwei Hochhäusern setzen die Architekten am Kreuzungspunkt Schaffhauser- und Schützenmattstrasse einen städtebaulichen Schwerpunkt. Parallel zur Schaffhauserstrasse erstreckt sich ein öffentlicher Platz. Er teilt die Überbauung in einen zweigeschossigen, eher öffentlichen und in einen von Wohnhöfen geprägten Teil. Mittels Rampen und Treppen wird der Niveausprung überbrückt. Ein Gewerbebau und das Hotel schliessen den Platz zur Schaffhauserstrasse hin ab.

​​Grosse Blockrandbauten mit Hochhäusern

Der Entwurf von KSP Jürgen Engel Architekten aus Köln (mit Andreas Geser Landschaftsarchitekten) folgt den Kanten des Areals und definiert das neue Quartier als städtebauliches Ensemble. KSP schlagen drei grosse Blockrandbauten vor, die jeweils an einer Stelle offen sind. Ergänzt werden sie mit drei Hochhäusern, die die Silhouette des Quartiers prägen und die Eckpunkte einer städtisch geprägten Piazza markieren. Zwei flankierende Gewerbebauten ergänzen den Vorschlag. In den Innenhöfen entstehen Grünanlagen. Das innere Gebiet der Siedlung ist als Fussgängerzone ausgebildet und entsprechend autofrei. Vom Bahnhof her markiert ein dreieckiges Hotelgebäude den Zugang zum Quartier.

Eine Sammlung von Gebäuden um einen Wald

Dem Vorschlag der Rotterdamer Architekten MVRDV (mit Fontana Landschaftsarchitektur) liegt ein überzeugendes Grundkonzept zugrunde: Sie reihen auf dem Glasi-Areal, einer Perlenkette gleich, verschiedene Gebäude um eine grüne Mitte herum auf. Im grünen Herz des Areals wird ein Wald aus Hochstammbäumen angelegt, der eine ideelle Verbindung zwischen zwei grossen Wäldern der Umgebung schafft. Aus dem Gebäudering brechen die Architekten systematisch Lücken heraus, um eine räumlich spannende Staffelung mit Zu- und Ausgängen zu erreichen. Die herausgeschnittenen Teile werden übereinandergestapelt, bis eine städtebaulich überzeugende Gesamtkomposition entsteht. Die Gebäudevolumen sind in der Höhe in zwei Ebenen gestaffelt, einer fünf- bis sechsgeschossigen Stadtebene und einer darüber gestapelten Hochhausebene.

​​Klare Form mit grünen Innenhöfen

Pool Architekten aus Zürich (mit mavo Landschaftsarchitektur) schlagen je drei Blockrandbebauungen und flankierende Eckgebäude vor. Vier Ruelles, eine davon als Promenade mit terrassierten Plätzen ausformuliert, erschliessen das Quartier. Geschäfte, Gewerbebetriebe und Restaurants konzentrieren sich entlang der Promenade. Parallel zu den Gleisen entsteht ein grosszügiger Raum, der durch Baumreihen gefasst wird. Die Blockrandbebauungen umschliessen grüne Innenhöfe. Das Glasi wird im Entwurf von Pool durch übergeordnete Verbindungen über das Quartier hinaus mit dem Umland verbunden.

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